Kirchenmusik

 

Konzeption der Kirchenmusik in der Ev. Kirchengemeinde Halver

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Psalm 98,1)

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. (Epheser 5,19)

Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht! Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit! Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen! Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen! Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln! Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja! (Psalm 150)

Grundlegung

Musik bietet den Menschen eine Möglichkeit, auf vielfältige Weise Gott ihr Lob, ihren Dank, ihre Freude, Klage… entgegenzubringen. Sie kann eine Verbindung zwischen Gottesdienst am Sonntag und dem wöchentlichen Alltag herstellen, denn Musik geht mit.

Gemeinsames Singen und Musizieren kann unterschiedlichste Menschen miteinander verbinden. Darin liegt eine Möglichkeit, Glauben auszudrücken und gemeinsam zu (er)leben.

Kirchenmusik ist eine Ergänzung zum gesprochenen Wort. Für viele Menschen bietet sie einen erstmaligen oder immer wieder neuen Zugang zum Glauben. Daher hat sie sowohl in missionarischer als auch in vertiefender Weise eine wichtige Funktion im Leben der Gemeinde Gottes.

Musik spricht den Menschen ganzheitlich an. Durch Melodie und Text kann der Verstand, aber auch das Gefühl angeregt und bewegt werden.

Das biblische Bild von Gemeinde geht von der Begabung aller Christen durch Gaben des Heiligen Geistes aus, die sie zum Aufbau der Gemeinde einsetzen sollen. Das Entdecken der Gaben ist ein wichtiges Element der Gemeindearbeit, auch im Bereich der Kirchenmusik. Die Gaben, die Gott in diesem Bereich in unsere Gemeinde gelegt hat, wollen wir finden und fördern, damit Menschen dieses Geschenk in unserer Gemeinde für Gott und andere Menschen einsetzen können.

1.        Zielsetzungen

a.        Die Weiterentwicklung der Kirchenmusik geschieht in einer großen Bandbreite und Vielfalt musikalischer Stile. Diese Vielfalt betrifft die Stilrichtung der Lieder, die Stilarten der musikalischen Liedbegleitung sowie die Instrumentalmusik. Diese Vielfalt spiegelt sich in unserer Gemeinde wider. Unterschiedliche Musikvorlieben kommen zum Zuge. Neben der traditionellen Kirchenmusik wird auch der neuen geistlichen Popularmusik, der Gospelmusik und anderen Formen moderner Musik ein breiter Raum gegeben. Es wird angestrebt, eine Balance zwischen den unterschiedlichen Stilrichtungen herzustellen, wobei die Musik im Gottesdienst den gesprochenen Inhalt verstärkt, unterstützt und sich in das Gesamtkonzept einfügt. Dabei soll auch die klassische Chormusik ihren Platz erhalten.

b.        Unsere Gemeinde ist in ihrer gesamten Arbeit geprägt von der Mitarbeit ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weil die Gemeinde im biblischen Sinn von den Gaben der einzelnen Gemeindeglieder lebt. Die Einbringung der unterschiedlichen, reichen musikalischen Gaben der Gemeindemitglieder hat deshalb auch Vorrang bei der musikalischen Gestaltung unserer Gottesdienste und Veranstaltungen.

Wir wollen die Menschen in unserer Gemeinde dazu anregen, ihre musikalischen Gaben zu entdecken, und ihnen Möglichkeiten anbieten, diese auszuprobieren, miteinander zu vertiefen und verantwortlich einzusetzen. Dabei ist die Rolle der bezahlten Mitarbeiter/innen fördernd und unterstützend.

Bezahlte Mitarbeiter/innen im Bereich der Kirchenmusik decken nur noch den Teil in der Gemeindearbeit ab, der von Ehrenamtlichen nicht zu leisten ist. Darunter können z.B. Dienste innerhalb der Woche (z.B. auf dem Friedhof oder bei Gottesdiensten), sowie Orgelkonzerte, -matineen und -vespern fallen.

c.         Als Gemeinde, die sich dem missionarischen Gemeindeaufbau verpflichtet weiß, ist es uns besonders wichtig, dass auch die Kirchenmusik und die Musiktreibenden dieses Konzept stützen. Das bedeutet, dass Inhalte und Stil der Musik immer auch auf Menschen gerichtet sind, die der Gemeinde noch fern stehen, und dass auch Musikvorträge und die Anleitung zum Singen einladend sind.

Musik bestimmt den Charakter von Gottesdiensten mit. Darum wird die Singfähigkeit der gottesdienstlichen Gemeinde gefördert. Die musikalische Begleitung im Gottesdienst ist von daher so angelegt, dass sie das gemeindliche Singen unterstützt und der Gemeinde dient. Dabei ist die Verstehbarkeit der vorgetragenen und gesungenen Texte ebenfalls ein wichtiges Kriterium. Wenn möglich sollte ein Singteam den Gemeindegesang anleiten und begleiten.

d.        Die Kirchenmusik unserer Gemeinde nutzt auch die Möglichkeiten, die sich durch Vernetzen und Verbundenheit mit andern musiktreibenden Gruppen am Ort und in der Umgebung ergeben.

e.        Die Zusammenarbeit mit den Kreiskirchenmusikern/innen und den Landeskantoren/innen (z.B. Landeskantor/in für Popularmusik) kann die Arbeit vor Ort bereichern und wird daher intensiviert.

f.          Musik bietet eine besondere Möglichkeit, in der Gemeinde zusammenzukommen und auch generationsübergreifend aktiv zu sein. Diese verbindende Kraft der Musik kommt immer wieder zur Entfaltung.

2.        Mittel zur Erreichung der Ziele

a.        Das vielfältige Musizieren in unterschiedlichen Chören, Musikgruppen, Projekten und von Einzelnen wird angeregt und gefördert. Dabei erhalten die unterschiedlichen Gruppen und Einzelpersonen nach ihren Möglichkeiten die Gelegenheit, Gottesdienste und andere Gemeindeveranstaltungen mitzugestalten. 

b.        Die ehrenamtlich geleiteten Chöre und Musikgruppen der Gemeinde und des CVJM erhalten nach ihren Möglichkeiten Raum zur Gestaltung. Darüber hinaus werden im Sinne eines Netzwerks auch andere musiktreibende Gruppen bei Gelegenheit einbezogen.

c.         Neue Gruppen und Chöre werden angeregt und bekommen ebenfalls Gestaltungsräume, zum Beispiel Musikteams, Projektchöre, Bands… 

d.        Ab sofort werden 2-3 Sonn- und Feiertagsgottesdienste im Monat durch ehrenamtliche Musiker/innen und / oder Musiker/innen auf Honorarbasis gestaltet.

e.        Es ist geplant, auf Dauer alle Gottesdienste in dieser Weise zu gestalten.

f.          Wochengottesdienste, Amtshandlungen in der Woche und andere Termine, die nicht durch Ehrenamtliche abzudecken sind, werden weiterhin durch bezahlte Kirchenmusiker/innen abgedeckt.

g.        Neben Gottesdiensten und musikalisch mitgestalteten Gemeindeveranstaltungen tragen auch Konzerte unterschiedlicher Stilrichtungen zum musikalischen Leben der Gemeinde bei. Diese können sowohl von eigenen Gruppen und Musikern/innen gestaltet werden, aber auch von Gastchören, Gruppen und Einzelmusikern/innen.

h.        Um die restaurierte historische Ibach-Orgel zur Geltung zu bringen, werden monatlich Orgelkonzerte bzw. Orgelmatineen und –vespern durchgeführt.

i.          Damit die reduzierte Mitgestaltung der Kirchenmusik durch einen bezahlten Mitarbeiter umgesetzt werden kann, wird die bisherige B-Musiker-Stelle aufgegeben und durch eine C-Musiker-Stelle ersetzt - vorbehaltlich der Genehmigung durch die Westfälische Landeskirche. (Die Genehmigung durch die Westfälische Landeskirche liegt vor.)

j.          Die Koordinierung der Kirchenmusik erfolgt durch einen Ausschuss, der vom Presbyterium berufen wird und der die musikalische Vielfalt unserer Gemeinde repräsentiert und Strukturen zur Koordinierung und Weiterentwicklung der Arbeit schafft.